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Konzert

Orchesterkonzerte

Sinfonieorchester der Universität Mozarteum

10.03.2017 | 19:30
11.03.2017 | 17:00

Großes Studio | Mirabellplatz 1 | 5020 Salzburg

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Veranstalter: Sinfonieorchester der Universität Mozarteum

Dirigenten: Bruno Weil (10.3.)
Studierende der Dirigierklasse Bruno Weil (11.3.)

J. Haydn: Sinfonie f-Moll, Hob. I:49 "La Passione"
J. Haydn: Sonata II aus der Orchesterfassung von
"Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze"
A. Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll, WAB 102

IM SINFONIEORCHESTER der Universität Mozarteum - einem Herzstück der Ausbildung - sammeln die Studierenden unter der Leitung namhafter Dirigenten Podiumserfahrung und erhalten wesentliche Impulse für ihre künstlerische Entwicklung. Chefdirigent Bruno Weil, der Ende 2016 mit dem renommierten Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet wurde, hat zum Auftakt des Sommersemesters ein Programm mit Konzert-Highlights von Joseph Haydn und Anton Bruckner zusammengestellt.

JOSEPH HAYDNS Sinfonie in f-Moll (1768) mit dem nicht vom Komponisten stammenden Beinamen ?La passione? hat durch die Musikwissenschaft verschiedene Deutungen erfahren. In einem Leipziger Aufführungsbericht aus dem Jahr 1811 wird behauptet, Haydn habe das Werk "auf einen besonderen, ihn tief verwundenden Trauerfall unter den Seinigen" geschrieben. Entgegen den daraufhin zwischen Osterfrömmigkeit und profaner Leidenschaft schwankenden Interpretationen wird durch eine Wiener Abschrift mit dem Titel "Il Quakero di bel´humore" ("Der gutgelaunte Quäker) eine andere Möglichkeit in Betracht gezogen. Eventuell diente Haydns einzige Sinfonie in der für die damalige Zeit ungewöhnlichen Tonart f-Moll auch als Bühnenmusik für ein Theaterstück.

EINDEUTIG ist hingegen die inhaltlich Zuordnung von Haydns Komposition "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze", die in mehreren Fassungen vorliegt. Ursprünglich handelte es sich um eine Passionsmusik für Orchester, daneben existieren auch eine Bearbeitung für Streichquartett, ein Klavierauszug und das berühmte Haydn-Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Die "Sonata II" aus der Orchesterfassung thematisiert die Worte "Amen dico tibi: hodie mecum eris in paradiso" ("Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein") aus dem Evangelium nach Lukas.

MIT ANTON BRUCKNERS Symphonie Nr. 2 in c-Moll schließt sich der Kreis, denn das Hauptthema des 1. Satzes beginnt mit einem Zitat aus Haydns "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze", das hier in der Cellogruppe wiederkehrt. Das aufgenommene "Leidensmotiv" steht auch für eine deprimierende Lebensphase, die Bruckner während der Zeit des Komponierens durchlebte. Nach einer sexuellen Anschuldigung gewann er zwar das zugehörige Disziplinarverfahren und wurde offiziell rehabilitiert, dennoch waren es für Bruckner Tage einer "schweren Heimsuchung", in denen sich der tief gläubige Komponist musikalisch mit dem ebenso zu Unrecht beschuldigten Jesus identifizierte. Das solcherart mystifizierte reale Geschehen wurde letztlich zum Auslöser eines Meisterwerkes, welches 1873 bei der Schlussfeier der Weltausstellung in Wien unter Bruckners Leitung zur Uraufführung gelangte und zu einem Triumph für den Komponisten wurde.

Karten:
Euro 20,- / erm. Euro 10,-
Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Salzburg
Tel: +43 662 873154
E-Mail: tickets@mozarteum.at
und an der Tages- bzw. Abendkasse

Programm

10.+11.3.2017_Orchesterkonzerte.pdf
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