14.07.2021

Ausstellung trifft auf Neue Musik:
Drei Konzerte im Rahmen von „Teasing Chaos. David Tudor“

In Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg entstehen Kompositionen und Musikbeiträge, in denen sich das Institut für Neue Musik der Universität Mozarteum mit dem US-amerikanischen Pianisten und Komponisten David Tudor auseinandersetzt. Präsentiert werden die Arbeiten in insgesamt drei Konzerten, den Anfang macht das NAMES ensemble am 18. Juli mit neuen Kompositionen für ein präpariertes Disklavier.
 
Während im Rupertinum noch bis 10. Oktober die Kooperationsausstellung der Klasse für Fotografie und Neue Medien der Universität Mozarteum und dem Museum der Moderne Salzburg zu sehen ist, stehen bereits die nächsten gemeinsamen Projekte auf dem Programm. Seit 3. Juli ist im Museum der Moderne Salzburg auf dem Mönchsberg die Ausstellung „Teasing Chaos. David Tudor“ zu sehen. Das Institut für Neue Musik interpretiert in mehreren Beiträgen das Wesen des Tudor‘schen Gedankens und präsentiert diese als integrative Bestandteile der Ausstellung.
David Tudor war Pianist, Komponist und einer der Vorreiter für Live-Elektronik sowie experimentelle Musik im 20. Jahrhundert. Zu Beginn der 60er-Jahre begann er parallel zu seiner Transformation vom ausführenden Interpreten zum Composer-Performer interdisziplinär mit Künstler*innen aus dem visuellen Bereich zu arbeiten. Die Ausstellung bewegt sich von Tudors Anfängen als Interpret der Werke von John Cage über seine Tanzkompositionen bis hin zu seinen Sound- und Liveperformance-Installationen.
 
Mit einer Soundinstallation ist auch das NAMES ensemble Teil dieser ersten großen Darstellung von David Tudors bahnbrechenden Leistungen. Seit der Gründung des Ensembles 2014 gehen die 10 Musiker*innen aus sieben europäischen Ländern ihre ganz eigenen Wege der zeitgenössischen Musik und vereinen ihre Leidenschaft für Ästhetik, für künstlerische Experimente und neue Klänge mit elektronischer, bzw. elektroakustischer Ensemble- und Kammermusik. Mit einer installativen Arbeit reflektieren sie am 18. Juli ihre Beschäftigung mit David Tudor als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik mit einem präparierten Disklavier: Die Uraufführung von „lichtung | eigenleben“ ist eine performative Bespielung dieser Beschäftigung im Ausstellungsraum, das Disklavier allein wird als selbstspielende Installation Teil der Ausstellung.Die Performance ist gleichzeitig ein Programmpunkt des Fests zur Festspieleröffnung.
Das NAMES ensemble war mit seinen musikalisch  hochwertigen Kompositionen bereits auf diversen internationalen Festivals zu Gast (z.B. AspekteFESTIVAL, Dialoge Festival, Mixtur Barcelona, Druskomanija Litauen, Crossroads Festival, Daegu Contemporary, Primavera Verona, aDEvantgarde München) und arbeitet für seine Konzepte mit Künstler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen  zusammen. Auch die besondere Beziehung des Ensembles zum Studio für elektronische Musik und dem Institut für Neue Musik der Universität Mozarteum ist durch regelmäßige Zusammenarbeit geprägt.
 
Die beiden darauffolgenden Konzerte im Rahmen von „Teasing Chaos. David Tudor“ inszeniert Marino Formenti, der neben seinem Lehrauftrag am Institut für Neue Musik an der Universität Mozarteum zu den interessantesten und kreativsten Musiker*innen der Gegenwart zählt. Das Konzert „TO OUTTUDOR TUDOR“ am 13. August, dem 25. Todestag David Tudors, ist ein Klavier-Solo und entstand in Anlehnung an Tudors Partitur zu John Cages „Winter Music“.
Für das dritte Konzert am 2. Oktober kreiert Marino Formenti mit „THEY ARE“ eine  temporäre Sound-Installation, eine Performance in einer Performance. Die  Geräuschkulisse des Museumsbesuches wird aufgenommen, die Töne von einem Computerprogramm aufgezeichnet, analysiert und in eine Partitur übersetzt, die von drei Musiker*innen (Cello, Schlagzeug, Klarinette) an unterschiedlichen Positionen im Raum wiedergegeben wird: Das Publikum als menschliche Umgebung komponiert mit.
 
Termine:
So, 18. Juli 2021 von 15–18 Uhr
NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg
„lichtung | eigenleben“
Performance im Rahmen des Fests zur Festspieleröffnung
 
Fr, 13. August 2021, 10–18 Uhr
Marino Formenti
„TO OUTTUDOR TUDOR”
Klavier solo, anlässlich des 25. Todestages David Tudors
 
Sa, 2. Oktober 2021, 18–24 Uhr
Marino Formenti & Ensemble
„THEY ARE (for David Tudor)”
Temporäre Sound-Installation / Performance anlässlich der Langen Nacht der Museen
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