Tagung
Salzburger Inszenierungen
Vom Werden einer Musikstadt
17.06.2021-18.06.2021
Kleines Studio | Universität Mozarteum | Mirabellplatz 1 | 5020 Salzburg
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Eine Veranstaltung von: Arbeitsschwerpunkt Salzburger Musikgeschichte
Leitung:
Sigrid Brandt (Universität Salzburg)
Thomas Hochradner (Universität Mozarteum Salzburg)

Donnerstag, 17. Juni 2021
9.00 Uhr: Eröffnung durch Rektorin Prof.in Elisabeth Gutjahr, Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hendrik Lehnert
9.30 Uhr: Keynote von Christoph Brandhuber: „Spectaculum Deo – Schauspiel für Gott! Die Bühne der Salzburger Benediktineruniversität“
10.15 – 18.00 Uhr: Referate
20.00 Uhr: Jubiläums-Konzert: 10 Jahre Arbeitsschwerpunkt Salzburger Musikgeschichte

Freitag, 18. Juni 2021
9.15 Uhr: Keynote von Norbert Mayr: „Vom Rampenlicht in den Mönchsberg-Schatten. Festspielhausprojekte in Salzburgs Stadtlandschaft & Festspielbezirk“
10.00 – 16.00 Uhr: Referate mit anschließendem Resümee der Tagung

Die Tagung findet unter Vorbehalt in Präsenz statt, das Jubiläums-Konzert "10 Jahre Arbeitsschwerpunkt Salzburger Musikgeschichte" wird um 20.00 Uhr via Livestream auf www.uni-mozarteum.at übertragen. Zudem wird die Veranstaltung über Zoom für Vortragende und Publikum zugänglich sein. Anmeldungen für Publikumskarten bis 10. Juni 2021 an stefanie.hiesel@moz.ac.at.

Zoom-Meeting:
Meeting-Link: https://moz-ac-at.zoom.us/s/98696238249
Meeting-ID: 986 9623 8249
Kenncode: 743517

Nähere Informationen unter: www.salzburger-musikgeschichte.at
Die Tagung möchte mit der Konzentration auf die Aufführung von Singspielen, Opern, Musiktheater und Ballett einen Beitrag zur Geschichte der Inszenierung seit dem beginnenden 17. Jahrhundert leisten und in einem interdisziplinär verschränkten Ansatz aus musik- und theaterwissenschaftlicher sowie kunst- und architekturhistorischer Perspektive Fragen für zukünftige Forschungen im Kontext der Salzburger Geschichte entwickeln. Dabei sollen Aspekte der Inszenierung und Regie, der musikalischen Aufführungspraxis, des Bühnenbildes und der Bühnenarchitektur zur Sprache kommen und Tendenzen auch der Ausführung des Bühnenkostüms eingeschlossen wer-den. Das Thema eignet sich besonders, nach Strukturen einerseits der Produktion, andererseits der Rezeption von visuellen Gestaltungen eines szenischen Raumes in Wechselwirkung mit entstehen-der Übersummativität durch Musik zu fragen, die Idee eines Gesamtkunstwerkes über sowohl gesellschaftlich als auch kunsttheoretisch differenzierte Epochen hin zu analysieren. Ziel soll u. a. sein, sich die verschiedenen Effekte, Wirkungen und künstlerisch-ästhetischen Konsequenzen von illustrierender Dekoration und Bebilderung einerseits bis hin zur offenen Rauminstallation andererseits, die performativ genutzt werden kann und auf diese Weise eine weitere Dimension der Inszenierung – die der Variabilität in einem Entwurf – wortwörtlich ins Spiel bringt, bewusst zu machen. Das beinhaltet auch die Vorstellung und Diskussion aktueller Inszenierungen des Musiktheaters in Salzburg, die vor dem Hintergrund der historischen Analysen zu ihren Intentionen befragt werden können.

Barockes Festspiel brachte musiktheatralisches Flair nach Salzburg. In der Residenz, im Steintheater des Hellbrunner Schlossparks, in der Kleinen und Großen Aula der Salzburger Benediktineruniversität gelangten Pastoralen, Opern, Komödien und Schauspiele mit Musik auf die Bühne. Auch wenn dem Fürsterzbischof eine Zurückhaltung in weltlichen Freuden auferlegt war und sich manche Amtsinhaber mehr als andere daran hielten, blühte auf, was mit geistlichen Spielen im Mittelalter begonnen hatte. Dass sehr wahrscheinlich Salzburg zum Ort der ersten Aufführung des monteverdischen L’Orfeo nördlich der Alpen wurde, zeugt von seiner vorübergehenden Bedeutung als kulturelle Schaltstelle zu Beginn der frühen Neuzeit. Gelegentlich lebte sie wieder auf, je nach den Vor-lieben des geistlichen Landesherrn. In den 1770er Jahren ließ Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo das beliebte Ballhaus am heutigen Makartplatz adaptieren und ein Fürsterzbischöfliches Hof-theater errichten, das, in den Besitz der Stadt gelangt, zu Beginn der 1890er Jahre abgerissen und durch den nun Salzburger Stadttheater genannten Bau nach Entwürfen von Fellner und Hellmer ersetzt wurde. Bald darauf erschlossen sich der Bühnenkunst weitere Räume: Mit den 1920 gegründeten Salzburger Festspielen wurde nicht nur die Idee eines über Jahrzehnte diskutierten regelmäßigen Musik-Festivals realisiert, auch die Aufführungsorte und mit ihnen die Formen der Inszenierung erfuhren eine bis dahin ungekannte Vervielfältigung.
Eintritt frei!

Foto: Orpheus und Euridike (1948)
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