20.04.2021

„This World Is White No Longer“ – Kooperationsausstellung der Universität Mozarteum mit dem Museum der Moderne

„Diese Welt ist nicht mehr weiß und wird es nie mehr sein“, stellte der US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin 1953 in seinem Essay „Stranger in the Village“ fest. Ein prophetischer Satz, der für eine entschiedene Kritik am weißen westlichen Denken und zugleich für einen Aufruf zu einem universellen Humanismus steht. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Klasse für Fotografie und Neue Medien der Universität Mozarteum Salzburg in Kooperation mit dem Museum der Moderne den Ausprägungen von Rassismus, dem Hinterfragen von Identitätszuschreibungen und der Suche nach Möglichkeiten von Machtkritik und Selbstermächtigung. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 23. April 2021 als Digital Opening statt.

Was passiert, wenn die „weiße Brille“ abgenommen wird? Mit einer Vielfalt an Zugängen reflektieren die Studierenden der Klasse Fotografie und Neue Medien der Universität Mozarteum Salzburg alltäglichen und strukturellen Rassismus, die Ergebnisse präsentieren sie ab 24. April in der Projektausstellung „This World Is White No Longer“. Im Zuge eines intensiven Diskussions- und Arbeitsprozesses knüpft die Klasse unterschiedliche Verbindungen zu anderen Diskriminierungsformen und thematisiert die Mechanismen sozialer Medien ebenso wie neokolonialistische Praktiken des Tourismus.

Die entstandenen Arbeiten spiegeln das Nachdenken über Perspektiven und Ideologien sowie die Befragung der eigenen Position innerhalb der österreichischen Kultur und Ökonomie wider, als auch das damit verbundene Verhältnis zu Rassismus. So versteht sich „This World Is White No Longer“ auch als Verhandlungsraum: Wie die Beschäftigung mit Rassismus im Laufe ihres Prozesses neue Sichtweise offenbart, macht auch die Projektausstellung im Rahmen ihrer Laufzeit die unterschiedlichen Formate der Auseinandersetzung sichtbar. Unbeantwortete Fragen, fragmentarische Überlegungen und Richtungswechsel finden ebenso ihren Raum wie die vollendeten Werke.

Zwischen 12. Mai und 9. Juni finden jeden Mittwoch Abend via Zoom Lesungen der Sculpting Feminism Reading Group statt, die als Teil der Ausstellung besucht werden können und deren gelesene und jeweils aufgenommenen Texte für die darauffolgende Woche im Rahmen der Ausstellung zu hören und sehen sind.

Kurator*in:
Stefanie Grünangerl, Jürgen Tabor

Die Ausstellung wird am 23. April 2021 um 19 Uhr online eröffnet, es sprechen Museumsdirektor Thorsten Sadowsky, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, die Kurator*innen Stefanie Grünangerl und Jürgen Tabor sowie Gregor Neuerer, Mozarteum Universität Salzburg.

Den Link zur Online-Veranstaltung erhalten Sie nach erfolgter Anmeldung unter rsvp@mdmsalzburg.at

Die Projektabschnitte im Laufe der Ausstellungsdauer:
Akt 1: 24. April bis 20. Juni 2021

Akt 2: 24. Juni bis 22. August 2021

Akt 3: 26. August bis 10. Oktober 2021

Informationen zu „This World Is White No Longer“: http://bit.ly/this_world

Die Projektausstellung findet parallel zur Ausstellung „This World Is White No Longer. Ansichten einer dezentrierten Welt“ statt, die den Perspektivenwechsel als Methode der Dezentrierung des eigenen Blicks vorschlägt und untersucht. Im Dialog mit Schlüsselwerken der Sammlung Generali Foundation präsentiert die Ausstellung Künstler*innen, die Rassismen hinterfragen und zugleich das Bild einer multi- perspektivischen Globalität zeichnen, in der die Erfahrungen und Sichtweisen von People of Color von fundamentaler Bedeutung sind.

Mit Werken von Karo Akpokiere, Lothar Baumgarten, Danica Dakić, Forensic Architecture, Samuel Fosso, Charlotte Haslund-Christensen, Alfredo Jaar, Voluspa Jarpa, Belinda Kazeem-Kamiński, Adrian Piper, Lisl Ponger, Kara Walker

Beide Ausstellungen sind zu sehen im Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum.

Klasse für Fotografie und Neue Medien, Universität Mozarteum Salzburg
Lehrende: Gregor Neuerer, Sigrid Langrehr, Michael Mauracher, Peter Schreiner
Beiträge von: Alba Malika Belhadj Merzoug, Melanie Forsthuber, Pia Geisreiter, Magdalena Heller, Hannah Imhoff, Agnes Elena Kern, Vera Kern, Kevin Klinger, Leonie Mirjam Lindinger, Charlotte Pann, Sabine Reisenbüchler, Eva-Maria Schitter, Sculpting Feminism Reading Group, this world is Ego No longer, Angelika Wienerroither, Judith Zaunschirm

Präsentiert von der Generali Foundation

Pressebilder



Angelika Wienerroither: Utopia (Why can’t we all just get along?) (Detail), 2021, Inkjet-Print 


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